Do, 6. November 2025

STADTPLANUNG IN BÜLACH AM BEISPIEL HERTI-AREAL
Dem Publikum wurde es schnell bewusst: Stadtplanung ist eine hochkomplexe Angelegenheit. Nicole Zweifel, Leiterin Stadtplanung, zeigte am Frauenstammtisch vom 6. November differenziert auf, was Stadtplanung alles umfasst, wie jedes Projekt grosse Abhängigkeiten hat und welche Konflikte daraus entstehen bei all den Ansprüchen, Forderungen, Gesetzen und Finanzen.
Sie unterstreicht die Herausforderungen mit einem Auszug aus der Strategie Baukultur vom Bund 2020, was dieser unter Baukultur versteht: Qualitätsvoller Lebensraum soll nicht nur technische, ökologische und ökonomische Ansprüche erfüllen, sondern es geht auch um ästhetische, soziale und kulturelle Bedürfnisse. Er soll Raum für Begegnungen schaffen, den sozialen Zusammenhang stärken und ein Gefühl für Wohlbefinden schaffen.
Was ist ein Gestaltungsplan?
Das Areal Herti bildet den Abschluss der historischen Vorstadt und ist mit seiner zentraler Lage eine Schnittstelle zum Bahn- und Bushof Areal.
Um einen Wildwuchs bei der Überbauung zu verhindern, stellte die Stadt in hierarchischen, planerischen Stufen vom Sachplan des Bundes über kantonale Richtpläne bis hinunter zum Gestaltungsplan eine Spezialbauordnung für das Herti Areal auf. Diese legt bindend die Zahl, Lage und Abmessungen der Bauten fest, welche für die Grundeigentümer verbindlich sind, jedoch nicht verpflichtend zum Bauen.
Die Bevölkerung will kein zweites Bülach Süd
Das Leitbild spricht u.a. von einem Zentrum der Stadtsiedlung (Hertihof), kleine Wildnis an der Bahn (Gleispark), Anbindung an das Quartier (Bahnhofring), Drehscheibe und Aufenthaltsort (Bahnhofplatz). Im Publikum zeigte sich eine gewisse Skepsis, wie schlussendlich der Gestaltungsplan umgesetzt wird, ob er den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht wird. Bis zur Realisierung werden noch einige Hürden zu überwinden sein. Dass es bis zum Start von Bauarbeiten noch länger dauern wird, war am Schluss allen klar.