Donnerstag, 8. Januar 2026, 19.30 Uhr

Bildnachweis: ©Christine Fivian
LESUNG MIT CHRISTINE FIVIAN
Fokus auf die heutige Medienwelt
Christine Fivian, ehemalige Chefredaktorin des Zürcher Unterländers, las am Frauenstammtisch aus ihrem Buch „Wer zu spät kommt“.
Trotz garstigem Wetter machte sich eine grössere Gruppe am 8. Januar auf ins Hertilabor. Der Buchtitel, erklärt Christine Fivian, beinhaltet eine politische Thematik. Sie spielt darauf an, wie Menschen (hier: besonders jemand aus dem Journalismus) erst rückblickend verstehen, was sich schon lange abgezeichnet hat.
Die Rahmengeschichte bildet ein Senior im Altersheim im Jahr 2050. Er blickt wehmütig zurück auf seine Vergangenheit als Chefredaktor als es noch gedruckte Zeitungen gab. Eines Tages beginnt er aufzuschreiben, was ihm eine Unbekannte aus den Nullerjahren erzählt. Dabei erkennt er Entwicklungen, deren Signale er aber zu spät wahrgenommen hat. Er realisiert, dass manche Veränderungen erst klar werden, wenn es eigentlich schon zu spät ist.
Der Vorspann ihres Buches gibt dem Publikum einen Einblick in den Redaktionsalltag wie ihn die Autorin als Journalistin im Unterland noch erlebt hat. In den Neunzigerjahren ging man für Hintergrundartikel vor Ort. Man schrieb noch selber. Es gab noch keine KI, keinen Voiceassistenten.
Die Medienwelt ist schwieriger geworden
Heute kämpfen die Zeitungen um Leserschaft. Es herrscht enormer Spar- und Termindruck. Für seriöse Recherchen und Analysen bleibt weniger Zeit. Personal wird stark abgebaut, KI übernimmt die Berichterstattung. Es findet eine Nivellierung der Informationen statt. Lokalzeitungen wie der Unterländer werden von Zürich aus beim Tages-Anzeiger geleitet. V.a. die Jungen informieren sich im Internet wo noch stärkere Manipulation und politische Polarisierung möglich ist.
Medien als vierte Gewalt
Ihr Appell zum Schluss: Wir brauchen die Informationen unserer staatlichen Medien von SRG und DRS zur Meinungsbildung. Ihre Berichterstattungen dringen bis in die hintersten Täler der Schweiz. Tragen wir ihnen Sorge! Seriöse Medien stützen unsere Demokratie.